Papeterieprodukte

Hintergründe zu ProNa Papeterieprodukten

Indien
Baumwollbüttenpapier

Bücher und Papierbogen werden zum größten Teil aus Baumwollstoffresten unter Beimischung pflanzlicher Fasern (Stroh, Blütenblättern usw.) produziert. Die Stoffreste werden klein geschnitten, mit Wasser vermischt und zu einem Faserbrei verrührt. Dieser wird in die sog. Bütte gefüllt. Dann wird auf ein Drahtgittersieb, per Hand ein Papierbogen abgeschöpft, auf ein Tuch gelegt und gepresst. Dieser Papierbogen wird an der Luft getrocknet. Zur Tintenfestigkeit wird der Bogen mit Mais oder Kartoffelstärke beschichtet und mit einer Walze gepresst. Diese Papiere werden in kleinen und mittleren Familienbetrieben in Dörfern von Nordindien produziert. Die Arbeit auf dem Land schützt die Menschen vor der Flucht in die Städte, wo sie meistens mangels Bildung in die Arbeitslosigkeit gelangen würden.

Durch die regelmäßigen Besuche unseres Kollegen Jürgen Karmann, konnten wir uns davon überzeugen, dass die Menschen dort zu sozialverträglichen Bedingungen arbeiten, und keine Kinder beschäftigt werden.

 

Nepal
Lokta – Daphnepapier

NEPALOKTA Papierbogen werden nach uralter Methode aus der Rinde des Lokta-Baumes (Daphne) gewonnen. Dank der schonenden Ernte regeneriert sich der Rohstoff in wenigen Jahren vollständig. Die Rinde wird gekocht, mit der Hand gestampft und unter Zugabe von Wasser zerkleinert. Der Faserbrei wird dann mit Erdfarbe vermengt, mit der Hand geschöpft und in der Sonne getrocknet. Loktapapierbogen lassen sich leicht wieder in Wasser auflösen und sind völlig frei von chemischen Zusätzen.

Unter dem Siegel von NEPALOKTA sind nur Handwerksbetriebe vereint, die sich zu sozialer Verantwortung, Umweltschutz und zum Erhalt von Kultur und Tradition verpflichtet haben.

 

Thailand
Saapapiere, Kozo – Strohseide

Die Bastfasern des Maulbeerbaumes (Kozo) liefern den Zellstoff für die Saa und Strohpapiere. Diese Fasern fallen bei der Herstellung von Korbwaren als Abfallprodukt an. Dazu muss aber kein Baum gefällt werden, nur die jungen Triebe werden geschnitten. Bereits sechs Monate nach der Ernte, also dem Kappen der jungen Triebe, ist dieser unter den tropischen Bedingungen Südostasiens extrem schnell wachsende Baum, wieder voll ausgereift. Nach dem Abschälen der Fasern des Papiermaulbeerbaumes, werden sie mit Hilfe von Pottasche und Soda aufgeschlossen. Anschließend wird die gewonnene Zellstoffmasse mit Sauerstoff und Sonnenlicht gebleicht. Dann beginnt der eigentliche „schöpferische“ Prozess: Die Zellstoffmasse wird auf Papierschöpfsiebe aufgebracht. Durch Einlegen von Rindenstücken, Blättern, Stroh, Gräsern, Blüten usw. entstehen unzählige Variationen in Struktur und Oberfläche von den Saapapieren. Zum Trocknen werden die Papiere mit dem Sieb in die Sonne gestellt.

Durch unseren Kollegen und Exporteur Klaus Dietrich, der seit einigen Jahren in Thailand lebt, können wir für eine dörfliche und sozial verträgliche Arbeitsstruktur in Nordthailand, ohne Kinderarbeit, garantieren.

 

Deutschland
Produktion von Recyclingpapierprodukten u. Handbuchbinderische Verarbeitung

In unserer Buchbinderwerkstatt werden die oben beschriebenen Papiere als Bezugsmaterialien für die vielfältigen Papeterieserien benutzt. Die hier verarbeiteten Pappen aus Graukarton sind zu 100% aus Altpapier, der schwarze Fotokarton hat einen Anteil von 84% Altpapier. Das Innenleben der Bücher ist unterschiedlich, es wird zum Teil aus 100% Recyclingpapier gefertigt oder aus hochwertigen Werkdruckpapier (70% chlorfrei gebleichter Zellstoff).

Die Schulserien und die Papierprodukte aus dem Gesamtkatalog „Ideen aus Papier“  sind alle aus Recyclingpapier, (teilweise mit blauem Engel) und werden in Deutschland gefertigt.